La scelta dei mezzi

Pakistan, Usa, Germania
Gfp     120116
La scelta dei mezzi

– Intese tra Usa e Germania accompagnano i recenti sviluppi in Pakistan; l’ambasciatore Usa in Pakistan ha partecipato a Berlino ad una tavola rotonda di esperti di DGAP, Società tedesca per la politica estera.

– La scorsa settimana sono aumentati i segnali di un possibile putsch in Pakistan: il governo pakistano ha pubblicamente accusato le forze armate di voler fare un colpo di Stato, ed ha deposto il ministro Difesa, Ashfak Kayani.

– Ashfak Kayani, ex generale e collegamento centrale tra governo e forze armate, è considerato, dai corrispondenti esteri, il reale detentore del potere in Pakistan.

o   In vista del ritiro dell’Occidente le forze armate vorrebbero attestarsi maggiormente al potere ed accrescere l’influenza sull’Afghanistan.

o   I militari non sarebbero più disposti a subire le continue violazioni di sovranità nazionale con gli attacchi dei droni Usa e dei caccia Nato.

o   Per il Pakistan non sarebbe il primo putsch militare: i generali pakistani hanno già preso il potere 4 volte, e ogni volta sono stati coccolati e sostenuti dai vari governi americani (democratici e repubblicani), come pure dalla Germania.

– Osservatori ritengono che non sia necessario un putsch aperto con la salita al potere di un generale;

– Basterebbe ad es. che l’attuale presidente venisse sostituito da Imran Khan, uomo dei militari (ed ex star del cricket), che pur criticando gli attacchi dei droni americani, è fondamentalmente filo-occidentale;

– Oppure che torni in Pakistan l’ex presidente generale putschista Pervez Musharraf (2001-2008), come da lui preannunciato. Lo scorso autunno è andato per negoziati, tra l’altro, negli Usa. Per lui è attualmente spiccato un ordine di cattura in Pakistan.

– Sul lungo termine si prospetterebbe un’alleanza tra i militari pakistani e Pechino (DGAP);

o   La Cina ha costruito a Gwadar (Pakistan occidentale) una base per la sua marina; tra i due paesi sono in corso esercitazioni militari congiunte.

– Consiglieri Usa ed europei, soprattutto tedeschi, avvertono contro eccessive operazioni militari americane in Pakistan:

o   Riedel, ex agente Cia, ora consigliere del governo americano: Tenere aperta l’opzione di operazioni belliche, e la possibilità di usare basi militari in Afghanistan, accompagnando tutto ciò con attività diplomatiche per attenuare l’opposizione interna al Pakistan; l’Europa, e la Germania in particolare, sarebbero più adatte a questo compito, dato che la Germania è meno esposta militarmente in Pakistan (come in altri paesi) ed è considerata un contrappeso occidentale agli Usa.

– Scetticismo da parte tedesca sulle possibilità offerte dalla diplomazia; Hoff, la portavoce gruppo parlamentare FDP: il lungo tentativo di mediazione dell’inviato speciale tedesco in Pakistan e Afghanistan non ha dato grossi risultati.

o   Il Pakistan ha annunciato il dispiegamento di una difesa contraerea lungo la linea di confine con l’Afghanistan, contro attacchi di elicotteri Usa;

o   La questione centrale sono i negoziati bilaterali tra Afghanistan e Usa sulla presenza delle forze americane sul lungo periodo;

o   Il mantenimento di basi Usa va contro l’interesse del Pakistan, ma anche di Iran, Russia e Cina.

– La rappresentante FDP non dice che anche la Germania è per il mantenimento sul lungo termine di una presenza militare tedesca in Afghanistan.

Sempre Hoff, FDP:

o   Contro il rischio di perdere a lungo termine influenza sul paese occorre una iniziativa transatlantica: sviluppare la cooperazione in campo economico ed educativo:

o   Aprire i mercati a prodotti pakistani; rafforzare le relazioni economiche, contribuendo anche a risolvere i suoi problemi energetici, con le energie rinnovabili tedesche;

Promuovere scambi di studenti.

Gfp      120116

Die Wahl der Mittel

16.01.2012
ISLAMABAD/WASHINGTON/BERLIN

–   (Eigener Bericht) – Berlin und Washington beantworten die jüngsten Hinweise auf einen drohenden Putsch in Pakistan mit intensiven Absprachen über die gemeinsame Politik gegenüber dem Land. In Islamabad ist zu hören, das ohnehin mächtige Militär wolle mit Blick auf den angekündigten Rückzug des Westens aus Afghanistan die Zügel straffer in die Hand nehmen, um seinen Einfluss im Nachbarland auszuweiten.

–   Außerdem seien die Generäle nicht länger bereit, widerstandslos die kontinuierliche Verletzung der pakistanischen Souveränität durch US-Drohnenattacken sowie NATO-Luftangriffe hinzunehmen.

–   Auf lange Sicht könnten sich die Streitkräfte des Landes, die schon jetzt eng mit China kooperieren, vom Westen abwenden und ein Bündnis mit Beijing eingehen, ist in Berlin zu hören.

–   Während die USA die EU, vor allem aber Deutschland drängen, die Souveränitätsverletzungen in Islamabad vermittelnd abzufedern, warnen einflussreiche deutsche Politiker vor einem Überreizen der US-Operationen in Pakistan. Man solle unbedingt die Zusammenarbeit etwa auf den Feldern der Wirtschaft und der Bildung intensivieren. Anders sei der westliche Einfluss in dem Land nicht auf Dauer zu sichern.

Putschdrohungen

–   Vergangene Woche haben sich die Hinweise auf einen möglichen Putsch in Pakistan verstärkt. Die Armee, von der Regierung in Islamabad öffentlich in scharfer Form attackiert, hat diese vor nicht näher erläuterten "ernsten Konsequenzen" gewarnt.

o    Der Premierminister hat daraufhin seinerseits den Staatssekretär im Verteidigungsministerium, einen einstigen General und zuletzt eine zentrale Kontaktperson zwischen Regierung und Streitkräften, entlassen. "Das Militär will die Regierung loswerden", bilanziert ein Beobachter der pakistanischen Hauptstadt die Lage.[1]

o    Korrespondenten stufen Generalstabschef Ashfak Kayani ohnehin als "wahren Machthaber im Staate" ein. Allerdings wollten, heißt es, die Streitkräfte jetzt angesichts des inzwischen gestarteten Rückzugs des Westens aus Afghanistan "auf dem Fahrersitz Platz nehmen und die Geschicke des Landes lenken".[2] Ein Putsch wäre in der noch jungen Geschichte des erst 1947 gegründeten Staates Pakistan keineswegs neu: Bereits viermal seien dort "Generäle an die Macht" gekommen, die allesamt "mit erstaunlicher Beständigkeit von sämtlichen amerikanischen Regierungen gleich welcher Couleur gehätschelt und unterstützt" worden seien, ruft ein langjähriger CIA-Mitarbeiter in Erinnerung.[3] Ähnliches ließe sich von der bundesdeutschen Politik gegenüber Islamabad sagen.

Der Kricketstar

–   Beobachter weisen darauf hin, dass es nicht unbedingt zu einem offenen Putsch mit Inthronisierung eines Generals an der Staatsspitze kommen muss. Durchaus möglich sei es, dass der prominente frühere Kricketstar Imran Khan den aktuellen Staatspräsidenten ersetze. Khan übt offene Kritik vor allem an den Drohnenattacken der USA in Pakistan und ist auch deshalb im Land höchst beliebt.[4] Darüber hinaus gilt er als Mann des Militärs und wird von Experten in Europa und den USA als im Grunde prowestlich beschrieben.[5] Letzte Woche hat er sich bei einem einflussreichen US-Think-Tank vorgestellt; bereits zuvor ist er zu Gesprächen unter anderem in London gewesen. Beobachter weisen außerdem darauf hin, dass der ehemalige pakistanische Staatspräsident Pervez Musharraf in der letzten Woche angekündigt hat, noch diesen Januar nach Pakistan zurückkehren zu wollen. Der Putschgeneral, der während seiner Amtszeit von 2001 bis 2008 – wenn auch unter massivem Druck – mit dem Westen kooperierte, hat im Herbst unter anderem Washington zu Verhandlungen bereist. Gegen Musharraf liegt in Pakistan ein Haftbefehl vor, weshalb seine Rückkehr durchaus erstaunt.

Deutschland als Mittler

–   Intensive Absprachen zwischen Washington und Berlin begleiten die bedrohliche Entwicklung in Islamabad. Letzte Woche hielt sich der US-Botschafter in Pakistan in Berlin auf und trat bei einem exklusiven "Expert Round Table" der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) auf.

–   Pakistan betrachte inzwischen "vor allem seinen großen Nachbarn China als langfristigen Partner", hieß es bei der DGAP; man müsse deshalb sehr sorgfältig darüber nachdenken, wie "die westliche Gemeinschaft Pakistan an ihrer Seite halten" könne.[6]

–   Bereits im November hatte der langjährige CIA-Mann und heutige Regierungsberater Bruce Riedel bei der DGAP Gespräche geführt. Er ließ sich mit der Auffassung zitieren, Washington müsse sich zwar Gewaltaktionen auf pakistanischem Territorium offenhalten und dazu dauerhaft über Militärbasen in Afghanistan verfügen. Doch solle dies stärker mit diplomatischen Aktivitäten verbunden werden, um den pakistanischen Widerstand gegen die eklatante Missachtung der Souveränität des Landes abzumildern. Immer wieder heißt es in Washington, zu diesem Zweck könne Europa einen Beitrag leisten, vor allem Deutschland, weil es – in Pakistan ebenso wie in vielen anderen Ländern – sich militärisch nicht so stark exponiere – und darüber hinaus als westlicher Gegenpol zu den Vereinigten Staaten gelte.

Militärpräsenz am Hindukusch

–   Einflussreiche Berliner Politiker reagieren darauf mit Skepsis. So weist die verteidigungspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion darauf hin, dass sich bereits der deutsche Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan, Michael Steiner, schon längst um Vermittlung bemüht – ohne großen Erfolg.

–   Islamabad habe angesichts der anhaltenden Verletzung seiner Souveränität angekündigt, an seiner Grenze zu Afghanistan eine Luftabwehr zu installieren, "die sich dann gegen Eindringlinge aus Afghanistan richten soll, also in erster Linie gegen US-amerikanische Hubschrauber".[7] Der "Dreh- und Angelpunkt" seien letztlich "die bilateralen Verhandlungen zwischen Afghanistan und den Vereinigten Staaten über die langfristige Präsenz der US-Streitkräfte".

–   Nicht nur Pakistan habe keinerlei Interesse an dauerhaften US-Stützpunkten knapp jenseits seiner Grenzen. Dasselbe treffe auch auf Iran, Russland und China zu. Eine "langfristige US-Präsenz" in Afghanistan sei eindeutig "kontraproduktiv", urteilt Hoff. Sie verschweigt, dass auch Berliner Politiker eine bundesdeutsche Militärpräsenz auf Dauer in Afghanistan befürworten (german-foreign-policy.com berichtete [8]).

Bündnisoptionen

–   Um Pakistan nicht mit kontinuierlicher Verletzung seiner staatlichen Souveränität endgültig aus der westlichen Einflusssphäre zu treiben – ein Schritt, dem sich auch prowestliche Kräfte in Islamabad, darunter Militärs, kaum auf die Dauer verweigern könnten -, plädiert Hoff für eine transatlantische Einflussinitiative auf den Feldern Wirtschaft und Bildung.

o    Man könne "Märkte für pakistanische Produkte öffnen", "die ökonomischen Kontakte vertiefen", auch dazu beitragen, die pakistanischen Energieprobleme "mithilfe unserer Erneuerbaren zu lösen", oder "Einladungen an junge Studenten im Rahmen von Austauschprogrammen" aussprechen.[9] Ein derartiges Vorgehen sei geeignet, das pakistanische Establishment dauerhaft an den Westen zu binden.

o    Den Hintergrund der Befürchtung, Pakistan könne bündnispolitisch in Richtung China abgleiten, beleuchtet die Tatsache, dass Beijing nicht nur einen Marinestützpunkt in dem Land errichtet – in Gwadar weit im pakistanischen Westen -, sondern dass die pakistanischen Streitkräfte inzwischen sogar gemeinsame Manöver mit Truppen aus China durchführen – ein deutliches Signal, dass Islamabad sich eine östliche Bündnisoption für die Zukunft offenhält.

[1], [2] Premier reizt Pakistans Armee; www.sueddeutsche.de 12.01.2012

[3] Bruce Riedel: Nach Abbottabad, Internationale Politik Januar/Februar 2012

[4] Premier reizt Pakistans Armee; www.sueddeutsche.de 12.01.2012

[5] Imran Khan: Pakistan’s Comeback Kid; blogs.cfr.org 31.10.2011

[6] Der gefährlichste Staat der Welt? Pakistan zwischen allen Fronten, www.dgap.org

[7] "Im Moment befinden wir uns in einer hochkritischen Phase". Interview mit Elke Hoff, sicherheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Internationale Politik Januar/Februar 2012

[8] s. dazu Nachsorgeelemente und Zum Scheitern verurteilt

[9] "Im Moment befinden wir uns in einer hochkritischen Phase". Interview mit Elke Hoff, sicherheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Internationale Politik Januar/Februar 2012

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